Was wir noch sagen wollten..... (Part Two)

Donnerstag, 03.04.2025

Und jetzt noch das Ranking zu den Inseln selbst. Nein, alle 5 bereisten Kanareninseln sind wahrlich sehenswert und jede hat ihren eigenen Charakter.

Insofern werden wir keinen Favoriten benennen, dazu haben wir uns auf allen Inseln - auf jeder auf ihre eigene Art - sehr wohl gefühlt.

Darüber hinaus liegt es im Auge des Betrachters, wie man welche Insel sieht und auf welcher man sich eher wohl fühlt.

Dieses Archipel im Atlantik ist einfach ein Ort, der die Seele berührt, inspiriert und Freude macht. Die Inseln haben eine Vielfalt an Landschaften, goldgelbe bis tiefschwarze Sandstrände, dichte Wälder, steile Berghänge mit üppiger Vegetation und vulkanische schroffe Einöden mit einer Farbenpracht von erdig bis leuchtend rot je nach Sonneneinstrahlung. Wie aus einer anderen Welt.

Die Kanaren sind ein Magnet für alle, die Ruhe und Besinnlichkeit suchen, ein Eldorado für Spaziergänger und Strandliebhaber, Windbesessene, Kulturfreunde, Geschichtsinteressierte und Bergwanderer und für all Die, die per Auto, Motorrad oder Fahrrad die endlosen Berghänge über serpentinenreiche Bergstrecken erklimmen und atemberaubende Aussichten erleben wollen.

Allen Wünschen und Vorlieben wird hier Rechnung getragen.

Wir Beide erlebten die Kanaren als Ort der Ruhe und Besinnlichkeit mit atemberaubenden Aussichten und tosender Brandung - aber auch des pulsierenden Stadtlebens und Strandrummels. Jeder wie er es mag. Wir bevorzugten die ruhigere Variante.

Auch die Bebauung mit Wohnhäusern oder Hotels spiegelt das unterschiedliche Flair der einzelnen Inseln, ihrer Ort und Städte wider. Nicht immer ist die Bebauung das, was wir schön fanden, nicht immer ruhig und beschaulich - sie kann auch einnehmend und sehr überladen sein. Hotelburgen klammern sich an manchen Orten an Felswänden oder dominieren die Landschaft.

So waren z.B. Lanzarotes Gesetzeshüter gut beraten, auf César Manrique, den berühmten Architekten und Künstler, bzw. dessen Einfluss hinsichtlich der Bebauung zu hören. Alle Häuser dürfen dort, wie bereits im Blog erwähnt, eine bestimmte Höhe nicht überschreiten und sind weiß gestrichen. Dies ergibt ein homogenes, feinfühliges Bild. Dies findet sich allerdings auch in anderen ländlichen Gegenden anderer Inseln - nur nicht so durchgängig und ausgeprägt wie in der nördlichsten und eigenwilligsten Insel der Kanaren.

Unsere Tour war ein unvergessliches Erlebnis, das unsere Seele und unser Herz berührte. Es hat uns wochenlang auf engstem Raum zusammenleben lassen, hat uns entschleunigt und uns ein hohes Maß an Naturverbundenheit geschenkt.

Es hat uns aber auch an persönliche Grenzen gebracht und Rücksichtnahme und Achtung gefordert. Gezeigt oder verlangt, mit Enge klarzukommen, auf Komfort zu verzichten und auch Selbstreflexion erzeugt. Kann ich das - will ich das?

Alles in Allem war es eine sehr schöne lohnende Erfahrung, eine spannende Zeit und ein tolles Abenteuer.

Wir würden es wieder machen.

Sylvia & Helmut

Was wir noch sagen wollten..... (Part One)

Montag, 31.03.2025

Wir wollten uns ja melden und noch etwas Ergänzendes zu unserer Reise ausfühen:

Ein Fazit, ein Resümee, einen Epilog  - lange haben wir überlegt, wie man das wohl nennen könnte.

Eigentlich beschreibt kein Wort so recht, was wir aussagen wollen. Es ist vielmehr die Freude darüber, ES gemacht und erlebt zu haben sowie die Dankbarkeit, dass wir wieder gesund nach dieser langen Zeit nach Hause gekommen sind.

Schon wären wir bei dem Faktor „Zeit“. 46 Tage on Tour - der normale Arbeitnehmer verfügt gerade mal über 30 Tage Urlaub, die er gekonnt über‘s Jahr verplanen muss. Wir gönnten uns darüber hinaus noch mal mehr als zwei Wochen.

Im Nachhinein betrachtet, hätten es eigentlich noch weitere 14 Tage sein können.

Wie verteilt man die Zeit (die beiden Festlandfahrtermine hin und zurück waren von Anfang an fest gesetzt) auf sieben Inseln? Während der Tour gerieten wir - aufgrund dessen, dass wir an manchen Orten länger blieben, als unser Zeitplan vorgab - in Verzug. Zeitlichen Einbußen zugunsten des Wohlgefühls hinnehmen oder alle Inseln mit Gewalt durchdrücken?

Nein, auf keinen Fall sollte es zu einem Inselmarathon werden.

Insofern entschieden wir, La Gomera (dort waren wir auch schon einmal in Urlaub) und El Hierro auszulassen. Nicht zu Lasten dieser beiden schönen Inselchen, sondern zu Gute der anderen Fünf. Darüber hinaus möchten diese beiden Eilande auch besonders gern erwandert werden, was aufgrund Sylvia‘s akutem Meniskusschaden ohnehin in diesem Urlaub schwierig war.

Auch die zu fahrenden Strecken und die jeweiligen Fährzeiten mussten kalkuliert werden. Sich rechtzeitig vom Strand oder dem gerade so schönen Ort loseisen, das Bummeln und Schauen abzubrechen, um einen geeigneten Schlafplatz zu suchen? Dies alles bedurfte genügend Zeit und sollte auf keinen Fall zu einem Störfaktor werden. Wir haben es mit entsprechender Offenheit und Flexibilität hinbekommen.

Unsere park4night-App hat sich bei der Stellplatzsuche als guter und sehr sinnvoller, hilfreicher Begleiter bei der Stellplatzsuche bewährt. Die EUR 9,99 für ein Jahr Nutzung sind eine sehr gute Investition.

Die Navigation mittels Google-Maps funktionierte überall einwandfrei - ergänzend waren in den Marco Polo- Reiseführern entsprechende Landkarten vorhanden.

Die Netzabdeckung für das Internet war überall auf den Inseln ausreichend nutzbar, sodass unsere Handy‘s bzw. ein Hotspot, auch ohne etwaiges WLAN auf den Stellplätzen, ebenso für das Tablet (zum Blog-Schreiben) immer funktionierte.

Was die Bordstromversorgung angeht, waren wir mit unseren beiden Batterien (Fahrzeugbatterie und WoMo-Batterie) bestens zufrieden. Wir hatten immer genügend Power (12V) - auch bedingt durch das Solar-Panel auf dem Bulli-Dach - um die Innenraumbeleuchtung zu nutzen und Ladestrom für unsere elektronischen Geräte zur Verfügung zu haben.

Die gefahrenen Strecken auf den Inseln sind allerdings nicht ohne. Gibt es z. B. auf Lanzarote und Fuerteventura auch schon mal lange geradlinige Straßen, so sind diese auf Gran Canaria und besonders auf La Palma immer kurvig, serpentinenreich und steil und eng. Und das sowohl auf- als auch abwärts.

In den 46 Tagen seit unserer Abfahrt legten wir 7.306 Kilometer mit unserem Bulli zurück. Die Hin- und Rückfahrt nach Cádiz betrug etwa 5.000 Kilometer. Also sind das einiges mehr als 2.000 Kilometer auf den Inseln selbst. Dazu kommen noch 3.115 Kilometer, die wir mit Fähren gefahren sind.

Wir haben in dieser Zeit wild an Stränden, in Grünanlagen, auf Parkplätzen, an Häfen und Molen übernachtet, Campingplätze angefahren, auf der Wiese eines Hostels, in einer Blockhütte und auch in einer schönen Club-Anlage übernachtet.

Und das alles erlebten wir völlig allein - nur zu Zweit oder gemeinsam mit Euch Allen. Nein, der Blog war eine schöne Sache, festigt die Erinnerungen, machte uns Spass, kostete aber auch Zeit und Mühe. Und so konnten alle aus unserer Familie, Freunde und sogar fremde Menschen an unserem Abenteuer teilhaben.

Wenn man sich die Statistik des Blogs anschaut, so sind bis zum Tag unserer Rückkehr die 38 Einträge insgesamt 5.636 Mal innerhalb der Reise besucht worden - angeklickt sagt man doch heute im  Influencer-Follower-Jargon. 🤓🤣. Wobei mehrere Klicks - z.B. von einer Person an einem Tag - nur jeweils als ein Mal gezählt werden.

Wir hoffen, dass außer unserer Familie und unseren Freunden auch andere Menschen Spass an unserer Reise hatten und vielleicht sogar Anregungen erhalten haben, ein derartiges Abenteuer auch einmal mit einem Camper erleben zu wollen.

 

Das Alles hat natürlich auch seinen Preis. Insgesamt haben wir

EUR 973,55 für Sprit

EUR 249,86 für Mautgebühr

EUR 471,96 für die vier Fährfahrten zwischen den Inseln (zzgl. der beiden Festlandfähren)

EUR 669,91 für Unterkünfte / zu bezahlende Stellplätze / Übernachtungen ausgegeben.

Die Kosten für die Lebenshaltung, hie und da ein Bier oder einen Wein und andere Goodies sind natürlich individuell.

Dass wir auf den beiden Festlandfähren jeweils Kabinen hatten, erwies sich besonders während der langen Rückfahrt als richtige Entscheidung - dadurch hatten wir ein entspanntes und jeweils eigenes Umfeld für uns.

Der Bulli erwies sich als optimales Fahrzeug. Natürlich müssen bei Komfort (Intimsphäre, Bad, Toilette) und auch beim Platzangebot Abstriche gemacht werden, aber hinsichtlich Beweglichkeit, Praktikabilität und Kraft in Verbindung mit dem Allrad erwies sich der Wagen als optimal. Die engen kurvigen Straßen, auch auf  teilweise sehr unebenen Strecken meisterte der Bulli bravourös. Mit einem größeren WoMo wären wir sicher an manchen Stellen oder Streckenabschnitten auf Schwierigkeiten gestoßen, die wir mit dem kleineren kompakten Wagen nicht hatten.

Alles gut gemacht, Bulli.

Und Last but not least - obwohl zum Schluss kommt immer das Beste - noch zwei Worte zur Trenntoilette. Dieses Teil hat sich - wenn man sich erst einmal an das Handling gewöhnt hat - als praktikabel und äußerst umweltfreundlich erwiesen. Kommt sie doch gänzlich ohne Chemie aus.

Ein Dank gebührt unserem Schwiegersohn für diese Leihgabe.

 

Part two folgt.

Nach 46 Tagen sind wir wieder gut zu Hause angekommen

Donnerstag, 27.03.2025

Am Morgen des 26. März ging es pünktlich um 09:00 Uhr wieder weiter.

Es war eine sehr ruhige und erholsame Nacht auf dem Gelände der schön gelegenen Farm - diesen Stellplatz sollte man sich auch für eine zukünftige  Zwischenrast merken.

Davon abgesehen zahlten wir nur EUR 5,00 Stellplatz-Gebühr auf der Wiese zwischen Obstbäumen und pro Person EUR 1,50 Euro für die Nutzung der sanitären Anlage (inkl. einer heißen Dusche am Morgen - super).🛀

Die Fahrtrichtung war klar, erst mal grob Richtung Lyon und dann nach rechts auf die Schweiz zufahren. Entgegen dieses Planes entschieden wir uns aber dann doch spontan, die Fahrt über Dijon, Metz und Saarbrücken aufzunehmen.

Gesagt getan - wir kamen sehr gut durch und teilweise war die Autobahn sogar nahezu frei. Vielleicht lag das daran, dass wir über die Mautstrecke durch Frankreich fuhren und insgesamt EUR 96,20 (gestern EUR 42,10 und heute noch mal EUR 54,10) an Strassennutzungsgebühr zahlen mussten. So war uns aber zumindest schnellstes und staufreies Durchkommen - leider teilweise bei Nebel - sicher.

Nach 845 Kilometern und 10 Stunden kamen wir fast zum Glockenschlag 19:00 Uhr gut und wohlbehalten zu Hause an.

Schön war‘s  - lasst uns jetzt ein paar Tage Zeit, dann werden wir uns noch mal melden....... 

Bis dann.

Die Heimat im Hochtaunus rückt näher

Mittwoch, 26.03.2025

Gestern am 25. März haben wir gegen 08:30 Uhr unseren Stellplatz nach einem kurzen Frühstück verlassen. 

Wir machten uns auf Richtung Costa Daurada, vorbei an Barcelona und weiter über Girona, die Costa Brava entlang. Dann vorbei an Perpignon, Narbonne und Montpellier in Richtung Nord-Osten - wir hatten uns entschlossen, über die Schweiz zurück zu fahren. Insofern wollten wir Lyon links liegen lassen und über Genf und Basel zurück nach Freiburg kommen.

Hier ein paar Eindrücke, von dem, was uns während der Fahrt begleitete:

vorbei an dem Stausee Embaise de Contreras

Zwischenlandung machten wir nach etwa 870 Kilometern auf dem kleinen Bauernhof La Ferme de Matt & Lili  nahe der Stadt Crest. Es war eher Zufall, dass wir dieses idyllische Fleckchen auf einer Wiese zwischen Obstbäumen - auf der Suche eines anderen Stellplatzes für die Nacht in Crest - im Vorbeifahren entdeckten.

 

Hier stärkten wir uns mit Produkten aus dem Hofladen inklusive einer Flasche Cotes du Rhone.

 

 

Zurück nach Cadiz auf's spanische Festland

Dienstag, 25.03.2025

Pünktlich um 16:00 Uhr am 21. März startete unsere Fähre in Santa Cruz de La Palma, um den Heimweg anzutreten. 

Wir hatten uns von unserem Stellplatz in La Fajana rechtzeitig auf den Weg gemacht, um in Santa Cruz zu frühstücken und während eines Stadtbummels noch etwas von dem mediterranen Flair mitzunehmen. Er wird uns fehlen. Dennoch freuen wir uns jetzt nach 40 Tagen auf Zuhause. In 8 Tagen werden wir wieder zurück sein.

Es steht uns noch eine längere Rückreise bevor - die Fährfahrt dauert 2 1/2 Tage und dann noch schätzungsweise 3-4 Tage für die etwa 2.500 Kilometer Autofahrt. Wenn alles gut geht - hier sind überall, auch im Internet, beunruhigende Nachrichten von den Unwettern im Südwesten Europas zu hören und zu lesen. 

Von Portugal bis nach Südfrankreich sorgen starke Regenfälle, Sturm und hohe Wellen am Meer für Überschwemmungen und Schäden. Besonders betroffen sind auch Spanien und das Nachbarland Portugal. 

Die Wetterdienste haben umfassende Warnungen herausgegeben. Auch die von unserer Rückreise tangierten Regionen über die Südroute sind teilweise betroffen - wir hoffen, dass ein Durchkommen möglich ist. 

Wir haben geplant, da uns die Hinreise über den Norden und Bilbao nach Cádiz führte, den Rückweg nun über den Süden, vorbei an Barcelona, anzutreten.

Unser besonderes Mitgefühl gebührt selbstverständlich den direkt betroffenen Menschen in ihren Heimatorten.

Das Wetter - spielt in der Tat, wie auch auf den Kanaren spürbar, verrückt. Wir haben mit Menschen gesprochen, die erzählten, dass das Wetter z.B. auf La Palma so unbeständig wie seit Jahren nicht sei. Der Mann oben in La Fajana hat wohl recht mit seinem einfachen, aber traurigen Resümee, „ das Wetter ist krank“.

Auf der Fähre bekamen wir einen Platz in der hintersten Ecke auf dem Oberdeck des Schiffes am Heck zugewiesen. Direkt an der etwas erhöhten Bordwand. Unsere Bedenken, dass unser Bulli durch die Wellen von Bord gespült wird, fegte ein Mitarbeiter der Logistik-Crew lachend von Bord, „so hoch würden die Wellen selten kommen.“😩😀

Unsere Kabine liegt auf Ebene 6 - von dem dortigen Promenadendeck können wir über das Oberdeck und den hinteren Teil des Schiffes in die Ferne schauen. Die Kabine ist schön und großräumig mit zwei Fenstern, einem King-Size-Bett, einer Schreibecke, einem großen Kleiderschrank und einem Bad mit Dusche. Endlich Duschen - und das so oft und so lange, wir wollen. Herrlich.

Am Anfang war das Fährschiff „Ciudad de Valencia“ der Reederei Armas nicht sehr voll. Beim ersten Abendessen (wir legten gerade auf Teneriffa an) am Freitag Abend und beim ersten Frühstück am Samstag Morgen während eines Halts auf Gran Canaria war es überall an Deck sehr ruhig. 

Wir gehen aber davon aus, dass es noch voller werden wird, da die Fähre wie ein Linienbus auch die noch folgenden Inseln Fuerteventura und Lanzarote abklappern wird. Dies erklärt natürlich auch die lange Fahrzeit von insgesamt 63 Stunden bis Cadiz.

Dies gibt uns aber auch die Möglichkeit, alle von uns bereisten Inseln noch einmal vom Meer aus zu sehen, bevor wir diese wunderschöne und abwechslungsreiche Inselgruppe verlassen. 

Wir kommen bestimmt wieder.

Den Hafen von Teneriffa in Santa Cruz de Tenerife verließen wir wieder in den frühen Morgenstunden des Samstag, 22. März.

 

Las Palmas de Gran Canaria auf Gran Canaria ließen wir dann um die Mittagszeit des 22.3. hinter uns. Dementsprechend dauern die Liegezeiten der Schiffe länger, da Container gelöscht oder zugeladen werden und Menschen und Fahrzeuge zu- oder aussteigen. 

Am Samstag, 22. März in der Spät-Nachmittagszeit fuhren wir die ganze östliche Küste Fuerteventura’s in einem Abstand von etwa 4 Kilometer zur Küste entlang. Es war schön, die Konturen der Insel zu sehen.

Der dann folgende Stopp war Puerto del Rosario, dem an der Ostseite Fuerteventura‘s gelegenen Hafen, den wir am 22.3. um 18:00 Uhr erreichten.

Den Hafen verließen wir dann wieder gegen 19:15 Uhr und traten die Fahrt nach Arrecife auf Lanzarote an, was wir um etwa 21:30 Uhr erreichten.

In Arrecife legten wir wieder am 22. März um 23:30 Uhr zu unserer letzten Überfahrt auf‘s spanische Festland, nach Cádiz ab.

Für die nunmehr längste Strecke, die etwa 1.170 Kilometer über den Atlantik bis zur spanischen Hafenstadt benötigten wir etwa 32 1/2 Stunden und erreichten Cadiz am 24. März pünktlich um 9:00 Uhr MEZ. In der Nacht wurde die Uhr von kanarische auf mitteleuropäische Zeit umgestellt.

Seit der Abfahrt in Arrecife meinte es das Wetter die ganze Nacht über wirklich gut mit uns: Es war eine wahrlich bewegende Fahrt - der Betriebsmodus des Schiffes schien auf "Dauerbelustigung mit Schaukeleffekt" gestellt zu sein. Die ersten 9 1/2 Stunden nach dem Ablegen bis zum Frühstück am Sonntag, 23.3. versuchten wir flach auf dem Bett liegen zu bleiben. Das war die beste Position.

Darüber hinaus drohte die Fähre auseinanderzubrechen - überall knarzte und quietscht es durch die Bewegung. Es könnte auch sein, dass die von der Reederei beauftragte Testmannschaft eine Langzeitmaterialprüfung unter Nachtbedingungen vornehmen und den Schiffsrumpf dynamischen Belastungen aussetzte.

Um kurz nach 9:00 Uhr gingen wir frühstücken - es blieb zu unserer Freude drinnen.🤓😂 Den Rest des Tages verbrachten wir im Zimmer, an Deck immer bei Sonnenschein oder auch mal in den für die Passagiere zahlreich zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Sylvia empfand das Schlingern des Schiffes an Deck erträglicher als im Zimmer, zumal dort auch ein laues Lüftchen wehte.

Übrigens, die drei Mahlzeiten Frühstück, Lunch und Dinner waren im Reisepreis der Kabine inbegriffen. Das Essen war ok, auch wenn man sich wie in der Betriebskantine anstellen und das Tablett dann, je nach Wellengang in filigraner oder auch breitbeiniger Gangart, an den gewünschten Tisch tragen musste.

Den ganzen Tag über war es sonnig, wenngleich die Temperatur an Deck sicher keinen Badekleidungscharakter hatte. Sylvia nutzte die Möglichkeit in der Sonne an der frischen - aber sehr windigen - Luft zu sitzen und dazu zu lesen wahrlich aus.

 

Nordatlantik, Sonntag 23. März um 18:48 Uhr

 

Die Nacht von Sonntag auf Montag war..... reden wir nicht darüber. Extra für Helmut hatte der Kapitän befohlen, "Hein, leg noch mal Kohlen nach" - und das Schiff kämpfte gegen die nunmehr ordentlich hohen Wellen an und Helmut kämpfte nach dem Essen mit sich und gegen seine massiven Kreislaufbeschwerden. Sylvia behielt nicht nur die Ruhe sondern auch die Aufsicht auf Helmut.

Schlussendlich schliefen wir doch in unserer Kabine irgendwann ein und waren froh, dass das Schaukeln in den Morgenstunden abgenommen hatte. Das Schiff näherte sich allmähnlich dem spanischen Hafen Cadiz und unsere Überfahrt nahm ein glückliches Ende.

 

Ankunft Cadiz, Montag 24. März, etwa 8:00 Uhr (kanarische Zeit)

Unser Bulli war zwar nicht weggespült worden, hatte aber erhebliche Spuren vom Meerwasser abbekommen. Das ganze Auto war über und über mit einer salzigen Kruste bedeckt. 

Das Verlassen der Fähre stellte sich als zeitraubende Unterfangen dar. In La Palma gingen wir mehr oder weniger als erstes Fahrzeug an Deck und standen in der hintersten Ecke. Zwischenzeitlich hatte sich das Oberdeck durch andere hinzugekommene Fahrzeuge merklich gefüllt. Deshalb dauerte das Verlassen, wie unten zu sehen, etwas länger.

Hier wo der Pfeil ist, stehen wir:

Und hier geht's die Rampe runter:

Um 11:00 Uhr am Montag Vormittag, 24. März waren wir schlussendlich auf der Autobahn....und sind gegen 19:00 Uhr nach knapp 800 Kilometern Fahrt in der Nähe von Valencia angekomnen. Übernachtet haben wir in dem Valencia Camper Park, den Sylvia im Netz gefunden hat.

Weiter geht's.......

Heute ist noch mal ein richtig fauler Tag

Donnerstag, 20.03.2025

Heute, am 20. März wurden wir - nachdem es in der Nacht wirklich stark windig war und wir deshalb unten schliefen - von der ersten Helligkeit des Tages geweckt.

Es war noch duster und bewölkt. Die Sonne machte sich allerdings seit einigen Minuten auf den Weg, oberhalb des Leuchtturmes von Borlavento Faro Punta Cumplida, aufzugehen. Der den Schiffen an der Nordspitze zur Orientierung dienende Turm ist seit 1867 in Betrieb.

 

Das war um 08:06 Uhr

 

Das war um 10:22 Uhr

 

Wir werden hier den Tag und auch die kommende Nacht verbringen. Vielleicht bietet sich die Möglichkeit, doch einmal an den 100 m von uns entfernten Naturschwimmbecken in den Atlantik zu steigen. Es ist aber nicht gerade Badewassertemperatur und die tosenden Wellen werden dies vielleicht gar nicht zulassen.

Hier ein paar Impressionen zu dem unmittelbaren Umfeld um unseren Stellplatz. Eine wunderschöne Küste ganz im Norden La Palma's:

 

Gestern haben wir von einem Einheimischen erzählt, der über das Wetter philosophierte. Heute früh spazierte der Mann wieder mit seinem Hund Tobi bei uns am Bus vorbei. Das Tier ist sehr lieb und Menschen sehr zugewandt und total verspielt.

Im Gespräch erzählte er, dass der Hund im Haus - der Mann wohnt mit seiner deutschen Frau hier am Berghang - alles ausräumt, was er in die Finger (zwischen die Zähne) bekommt.

Daher muss er draußen schlafen und kommt nur bei Regen ins Haus.

Vorhin kam Tobi uns alleine, allerdings mit seinem Halsband, besuchen und ließ sich streicheln.

Als wir überlegten, den Hund zu seinem Haus zurück zu bringen, kam ein Windstoß und fegte eine Rolle Klopapier aus dem Bulli auf den Boden. Der Hund sprang sofort auf die Rolle zu, schnappte sie sich und rannte schnurstracks mit seiner Beute dahin, wo er hergekommen war. Etwa ein Meter abgerolltes Klo-Papier flatterte hinter ihm her wie eine Fahne. Wir konnten genau verfolgen, wie er den Trampelpfad um die Büsche herum zum Haus hinauf rannte. Vermutlich, um seinem Herrchen dieses Geschenk zu machen.

Hier in dem Haus wohnt Tobi mit seiner Familie (das Gebäude unterhalb des weißen Schuppens).

Wir haben herzhaft über diese Situation gelacht.😳🤣🤣

 

Morgen Nachmittag geht unsere Fähre zurück nach Cádiz und aus diesem Grund haben wir hier diesen Stellplatz gewählt - schön gelegen, ruhig und nur 30 Kilometer (40 Minuten) zum Hafen vom Santa Cruz.

Ab Nachmittag werden wir somit 2 1/2 Tage bis frühmorgens am 24. März nicht mehr erreichbar - sondern offline - sein.

Dies liegt (jetzt kommt wieder der Schlaumeier) an der landgestützten Reichweite auf dem Meer - diese ist terrestrisch.☺️😀😵‍💫

 

Tschüss, La Fajana.

 

Bis dann........ auf dem Festland in Spanien.

....wir waren trotzdem da

Mittwoch, 19.03.2025

Heute am 19. März war das Wetter am Morgen nicht berauschend - es zogen Wolken auf und die Wetterprognose deutete auf einen eher bewölkten Tag hin. Hier in Puerto Naos auf der Westseite, schien es kein sonniger Tag zu werden.

Den Süden kannten wir noch nicht, aber auch dort sollte es windig werden. 

Dennoch haben wir uns aufgemacht, um den selbsternannten schönsten Strand La Palma‘s - den etwa 30 km entfernten Playa y Bajas de la Zamora - aufzusuchen.

Und es schien nicht gelogen zu sein. Der Strand mit schwarzem Sand lag in einer von Felsen eingeschlossenen Bucht - vorgelagert ragten ebenfalls große Felsen aus dem tosenden Meer. Wunderschön. Wenn nur nicht so ein Wind gewesen wäre, dass wir fast weggeweht wurden (mit Windböen an die 55 km/h) und die Sonne geschienen hätte, dann wäre das Postkartenmotiv wirklich perfekt gewesen.

Nachdem wir nun fast am südlichsten Punkt der Insel angekommen waren, wollten wir auch wirklich dort hin. Zunächst südwärts zum Vulkan San Antonio, dessen Kraterrand erwandert werden kann. Der San Antonio ist ein Vulkan des Typs „Pyroklastischer Kegel“ und liegt nördlich der Südspitze La Palma’s am Rande der Ortschaft Los Canarios. Der besagte Vulkan brach 1677/78 am Tag des heiligen Antonius aus und wurde daher von Fuencaliente in Volcán de San Antonio umbenannt.

Leider wurden wir bereits an der Zufahrt zum Informationszentrum darauf aufmerksam gemacht, dass aufgrund des starken Windes das Betreten und Bewandern des Vulkankraters nicht möglich sei

Der Wind war in der Tat so stark, dass wir die Autotür kaum öffnen konnten, bzw. Probleme hatten, die Gegenseite wieder zu schließen.

 

Die Weiterfahrt nach Süden der zeigte, dass das Wetter heute wahrlich Kapriolen schlug - im Laufe des Tages hatten wir Temperaturen zwischen 12 Grad Celsius und 23 Grad, Nebel, Regen und starke Windböen.

Am nunmehr südlichsten Punkt La Palmas, am Faro de Fuencaliente, nochmals 8 km südlicher, am untersten Zipfel der Insel gelegen, pfiff der Wind mit nahezu 60km/h um die beiden Leuchttürme.

 

Das alte Leuchtturm-Gebäude wurde in den Jahren 1882 bis 1898 aus Steinen aus dem Ort Arucas auf der Insel Gran Canaria erbaut und 1903 in Betrieb gesetzt. Seit 1985 wird der alte Leuchtturm nicht mehr als solcher genutzt. Der neue 24 Meter hohe Turm aus Beton wurde 1985, direkt neben dem alten Turm, in Betrieb genommen.

 

 

Die Türme stehen direkt an den dortigen Salinen, die heute noch zur Meersalzgewinnung bewirtschaftet werden.

 

Teilweise befuhren wir am heutigen Tag Höhen von bis auf 800m NN und wieder hinunter auf nahezu 0m NN, mit wie gesagt, unterschiedlichsten Temperaturen.

Dass das Wetter auch anders konnte, zeigte sich nun bei Verlassen der Südspitze der Insel und unserer Fahrstrecke von knapp 70 km Richtung Norden.

In der in den Nachmittagsstunden erreichten, Stadt Santa Cruz regnete es noch kurz bei unserem Stadtbummel, wurde dann aber zunehmend sonniger.

An unserem Stellplatz für heute Nacht, wieder in der Nähe von Barlovento, an den Piscinas de la Fajana, im obersten Norden, hatten wir super Wetter mit Sonnenschein pur.

 

Allerdings nach wie vor starken Wind, sodass das Aufstelldach wieder unten bleiben muss.

Im Gespräch mit einem Einheimischen, der mit seinem Hund vorbeikam, erfuhren wir, dass das Wetter bereits seit fünf Wochen sehr unbeständig sei. Er wisse auch nicht warum, sagte der nette alte Mann in recht gutem Deutsch, merkte aber an, dass „das Wetter krank sei“ - womit er wohl die Klimaveränderungen meinte.

Heute Nacht schlafen wir unten im Bulli - wir wollen nicht riskieren, dass uns das Dach über‘m Kopf weggeweht wird.

 

....alte, nicht vergessene Häfen, hohe Berge bis in's Weltall und runter in Lavahöhlen

Dienstag, 18.03.2025

Am 16. und 17. März haben wir sehr viel erlebt und waren am 16. Abend’s so kaputt, sodass wir nichts in den Blog schrieben. Noch nicht einmal etwas notiert haben wir. Dennoch waren wir an unserem Stellplatz auf einer Höhe von 731mNN lange wach…

Aber nun mal von vorne anfangen:

Am 16. März machten wir uns nach dem Frühstück auf, um den in der Nähe unseres Stellplatzes La Fajana liegenden verlassenen Hafen, Puerto Talavera aufzusuchen.

Punta Talavera liegt etwa 3 km südöstlich von La Fajana und ist über eine etwas abenteuerlich steile Straße vorbei an Bananenplantagen zu erreichen. Vorbei am ältesten Leuchtturm La Palma‘s Faro Cumplida. Er wurde 1861 erbaut und ist seitdem non-stop in Betrieb.

Beinahe unzugänglich wirkt die kleine raue Landzunge als wir ankommen. Doch der Anblick täuscht, sie stellte einst einen der wichtigsten Ausgangspunkte für die Verkehrsverbindungen auf der See dar. Am Puerto Talavera wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Früchte verschifft. Heute noch sieht man die Wohnhöhlen und alten Schuppen, die teilweise mit Holzstegen verbunden sind.

 

Und noch heute ist er Lagerplatz und Treffpunkt einheimischer Fischer und Angler.

Weiter führte es uns nun hoch hinauf vorbei an Bananenplantagen, Palmen und durch Kieferwälder unter Steinschlaggittern hindurch immer weiter nach oben.

Wir fuhren dem 2.426 m hohen Roque de los Muchachos vorbei an den futuristisch anmutenden Teleskopschirmen des Observatoriums entgegen. 

 

Das sogenannte ORM beherbergt sowohl Nacht- als auch Sonnenteleskope und gilt als eines der größten Observatorien weltweit.

Der Roque de los Muchachos ist die höchste Erhebung La Palma‘s - eine mehr als kurvige, teilweise enge Straße, mit zig Windungen und Kehren nach oben.

Der Berg gehört zum Parque National de la Caldera de Taburiente und bildet den nordwestlichen Rand der Caldera. Vom Roque de los Muchachos kann man die Nachbarinseln sehen. Dies setzt allerdings gute Wetterbedingungen und die Tatsache voraus, dass man die obere Plattform auf 2.361 m NN überhaupt unbeschadet erreicht. Dieser Bereich hat die Größe einer Briefmarke und uns war schleierhaft, wieso man so viele Autos inkl. unseres Bulli überhaupt dort unkontrolliert hoch lässt.

Das so gut wie unmögliche Parken dort oben und das Wenden zum wieder runterfahren verlangt den Fahrern ein Geschick ab, welches dem Platzieren von Miniaturen in einem Setzkasten gleichkommt.

 

Der Ausblick ist, wenn man ihn ob der vielen Menschen genießen kann, grandios

Da es in der gleichen Richtung zu unserem nächsten, dem Punta de Tazacorte war, hat Sylvia sich noch ein besonderes Schmankerl ausgesucht. Die Piratenbucht Poris de Candelaria.

Wir wurden schnell eines besseren belehrt, zu glauben, dass es einfach ist, Orte die irgendwie auf dem Weg liegen und nicht weit entfernt sind, schnell zu erreichen.

Bereits nach 2 Tagen auf der Insel La Palma stellten wir fest, dass alles immer über die Berge führt, die Strecken sehr serpentinenreich sind und die Fahrzeiten in keinem Verhältnis zu den Entfernungen stehen. Es dauert immer länger und es gibt auch nur eine große Straße die um die Insel herumführt - eine andere quer von Ost nach West und die anderen sind nur Sträßchen. Und in jedem Falle geht es immer bergauf und wieder bergab.

Die besagte Piratenbucht ist etwa 4 km westlich vom Ort Tijarafe über eine sehr steile Straße zu erreichen. Bereits beim Einbiegen von der Hauptstraße in diese Gefällstrecke stockte uns der Atem. Unwegsam, schmal, kaum Platz zum Ausweichen und 30 % Gefälle (laut Warnschild). Die ersten 1,5 km schafften wir bergab. Aber dann sollte es, gefühlt noch steiler (es standen aber wiederum „nur“ 30 % auf einem Schild) und enger nach unten gehen - man hatte das Gefühl der Bulli kippt vorne über.

Hier beendeten wir unser Vorhaben, wendeten an dieser engen Stelle und fuhren bergauf wieder nach oben. Dann müssen die Seeräuber oder Fischer eben ohne uns klarkommen.🥳

 

Als Nächstes wartete Puerto de Tazacorte - alle wollen diesen Küstenort mit dem schwarzem Sand sehen. Also auch wir. Parkplatz gesucht und hinein in‘s Getümmel.

Im Vergleich zu den anderen Stränden auf den kanarischen Inseln - wir mögen die Hellen ohnehin lieber - wird Tazacorte wohl mehr gelobt, als es uns gefällt. Alles ist eben Geschmacksache.

Wir stärkten uns an der Promenade in einem Fischrestaurant mit verschiedenen Goodies und beratschlagten, wo wir wohl übernachten wollen. Dies stellt sich hier auf La Palma vergleichsweise schwierig dar - es gibt nicht so viele Möglichkeiten.

Beim Blättern im Marco Polo Reiseführer, checken im Internet und der  Suche in unserer Park4night-App stießen wir auf den Ort Puntagorda, nur 25 km nördlich gelegen (aber bei 38 Minuten Fahrzeit vergleichsweise weit).

Und nun kommt wieder die Entfernung in‘s Spiel.

Auf „dem Weg“ lag auch das Lavafeld und der im Zuge des Vulkan-Ausbruches im September 2021 neu entstandene Berg. Der Tajogaite, so der Name des neuen Bergs, ist eine Sensation. Drei Monate lang brodelte die Erde auf der kanarischen Insel La Palma und am Westhang der Cumbre Vieja strömte Lava aus. Uber zwei Jahre danach rauchte es noch immer aus dem Vulkan.

Dieses Naturschauspiel wollte sich Sylvia unbedingt ansehen und sich von der Gewalt der Natur ein Bild machen.

Von Tazacorte waren es dann - den kleinen Umweg an dem Vulkanort vorbei eingerechnet - eine reine Fahrzeit von 1 Std. 15 Minuten bis zu unserem auserkorenen Stellplatz in Puntagorde.

 

Nach Besichtigung der tragischen Auswirkungen und Folgen des Vulkanausbruches fuhren wir zu unserem Stellplatz für diese Nacht, dem auf 731mNN gelegenen Mirador Astronomico Milaflores in Puntagarde. Es handelt sich hierbei um einen besonderen Standort, von dem aus der Sternenhimmel gut beobachtet werden kann. Aufgrund der Anhöhe auf der wir standen, war die Rundumsicht perfekt.

Wir standen ganz alleine dort und hatten einen wundervollen Sonnenuntergang und auch viel zu verarbeiten durch das Erlebte und viel zu Planen für den nächsten Tag.

Wohin soll die Reise weiter gehen?🤔

 

In der Nacht regnete es, wurde ganz schön kalt und windig, sodass wir in den frühen Morgenstunden unseren Schlafplatz zwangsweise nach unten verlegen mussten.

Nach dem Aufwachen am Montag, dem 17. März, fühlten wir uns immer noch unausgeschlafen und etwas angenervt von dem eher unguten Wetter und beschlossen, der nächtlichen Planung zufolge, Richtung Süden dem besseren und beständigeren Wetter entgegen zu fahren.

Unser erstes Ziel war Canos de Fuego, bei Las Manchas, was etwa 38 km bei einer Fahrzeit von 52 Minuten südlich von Puntagorda liegt.

 

 

Die Besichtigung des Lavastromes, der sich aufgrund des Vulkanausbruches San Juan aus dem Jahre 1949 gebildet hatte und das dortige Besucherzentrum sowie die Führung in eine Lavahöhle waren sehr interessant und beeindruckend. Der Vulkan San Juan auf La Palma floss 1949 bei Llano del Banco und bei San Nicolas ins Meer.

 

 

Gasblase in der Lavahöhle an der "Decke"

 

Danach ging‘s an die Küste. In dem seinerzeit 2021 vom damaligen Vulkanausbruch arg betroffenen Ort Puerto Naos ist wieder etwas Leben eingekehrt. Seit September 2021 war der Ort aufgrund hoher Kohlendioxid-Belastungen abgesperrt. Mittlerweile ist der Ort seit Juli 2024 wieder fast vollständig freigegeben.

 

Wir fanden hier einen Stellplatz etwa 300 m oberhalb des Strandes, wo wir auch die Nacht verbringen werden. Endlich konnten wir wieder einmal Duschen - allerdings mit kaltem Wasser in dem Sanitärgebäude des Strandes. 😩

 

 

Die spürbare Gelassenheit hier in Puerto Naos ist schön. Die eher ungewollte Ruhe - aufgrund der Auswirkungen durch den 2021-er Vulkanausbruch - gibt dem Ort eine gewisse geschäftige Verschlafenheit.

Dies nutzen wir zum Entspannen und werden noch eine Nacht bleiben. Heute lagen wir tagsüber faul in der Sonne und waren am Abend, eigentlich in dem einzigen offenen (aber guten) Restaurant, essen.

 

Nun ist schon der 18.März und wir sind seit 38 Tagen unterwegs. Eine lange Zeit. Zeit genug, um fünf kanarische Inseln zu erkunden und die unterschiedliche Vielfalt zu erleben.

Wir haben uns bereits vor einigen Tagen entschlossen, es bei diesen fünf kanarischen Inseln (Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa und La Palma) zu belassen und die sechste und siebte, La Gomera und El Hierro nicht anzufahren.

Rückblickend hätten wir wohl etwas mehr Zeit einplanen müssen, zehn Tage vielleicht. Da wir bereits vor einigen Jahren 14 Tage auf La Gomera Urlaub machten, fiel uns dieser Entschluss leichter. Darüber hinaus wollten wir den anderen Inseln auch gerecht werden und uns - zwischen den wahrlich anstrengenden Passagen - selbst genügend Zeit der Muße und Besinnung gönnen.

 

Gute Nacht!

La Palma, die „Isla Bonita“ (die schöne Insel), wie sie auch genannt wird

Samstag, 15.03.2025

Nachdem wir von einem schönen Sonnenaufgang geweckt wurden - unser Dachfenster war genau nach Osten ausgerichtet - gingen wir zum Frühstücken in die Stadt. Heute, an unserem 45. Hochzeitstag, blieb unsere Kaffeeküche kalt und wir gingen aus….. 😍😃😍

Zum Schnuppern und ersten Kennenlernen der Insel hatten wir uns eine Tour zum Dach der Insel, dem Mirador del Roque de los Muchachos (mit 2.426m der höchste Berg La Palma’s), ausgesucht.

Die Landschaft auf der serpentinenreichen Strecke zeigte sich schon gleich zu Beginn von ihrer besten Seite. Die grünen Berghänge, die häufig auftauchenden Felder mit Bananenpflanzen und das immer wieder sichtbare blaue Meer standen im Kontrast zueinander - und fügten sich dennoch zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammen. Und dazwischen immer wieder die weiss getünchten Häuser und Ortschaften mit nicht allzu hohen Häusern, deren Fassaden in weiß, gelb, ockerfarben, hellblau angelegt sind.

 

In Los Sauces wurden wir aber zunächst aufgehalten, bzw. mischten uns, neugierig was hier wohl los ist, unter die Faschingsnarren.

Hier sollte gleich ein Fastnachtsumzug - wie wir herausfanden "die Beerdigung der Sardine" - stattfinden.

Die Sardinenbeerdigung (das Ende der hiesigen Faschingszeit) von Los Sauces 2025 findet genau heute am 15. März statt und soll bis in die späten Nachtstunden dauern. Die Aktivitäten begannen bereits um 11:00 Uhr, ziemlich genau mit unserem Erscheinen. Wie für uns gemacht!!!

Ein Umzug mit festlich gekleideten Menschen in schönen bunten farbenfrohen Kostümen, verkleidet als Cowboys, Indianer, Piraten, Feen, Engel- und Pharaonenfiguren mit Trommeln marschierte durch die Hauptstraße, beobachtet von vielen Schaulustigen.

Der riesige Pappmaché-Fisch, wurde unter lautem Geheule und Stoßgebeten vieler Trauergäste durch die Straßen getragen, um anschließend an einem zentralen Ort verbrannt zu werden.

Nachdem wir uns sattgesehen hatten - dass Ganze hatte schon etwas von Karneval in Rio -  setzten wir unsere Fahrt fort und machten an den Piscinas de La Fajana halt. Hierbei handelt es sich um, vom tosenden Meer abgeschottete, Naturschwimmbecken. La Fajana, an der Nordspitze La Palma's nahe des Ortes Balovento und gerade mal 30 km von Santa Cruz de La Palma entfernt, gelegen

 

 

Da es dort - auch aufgrund des jetzt nicht mehr so sonnigen Wetters - ausgesprochen ruhig war, entschlossen wir uns, hier zu bleiben und auch unser Nachtlager aufzuschlagen.

Den Rest des Tages genossen wir mit Chillen an unserem Hochzeitstag.

Hallo La Palma

Freitag, 14.03.2025

Die Nacht verbrachten wir ruhig - obwohl wir das Aufstelldach nicht hochgeklappt hatten und unten schliefen - auf einer dem Meer zugewandten Strandebene. 

Am Morgen packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf zum Hafen von Los Cristianos. Da wir noch Zeit bis zu unserer Überfahrt hatten, schlenderten wir an der Hafenpromenade entlang.

 

😅 Leute gibt's!

 

 

Tschüss Teneriffa

Die Überfahrt nach La Palma toppte das alles bezüglich Ruhe noch. Allerdings im umgekehrten Sinne. Bereits beim Einsteigen wurden wir darauf hingewiesen, dass die Wetterbedingungen auf dem Weg nach La Palma auf stürmische See hindeuteten. Hinsetzen wo wir wollten - Fehlanzeige.

Bevor wir in den Passagierbereich kamen, ging es bereits beim Parken unseres Bulli im Bauch des Schiffes schon hoch her. Wir sollten rückwärts eine Schräge nach unten in eine Lücke hinein fahren. Sylvia sollte vorher schon aussteigen, da es auf der Beifahrerseite kaum Platz zum Aussteigen geben würde. Zentimeterweise, mit dem Außenspiegel an einem Eisenpfosten und anderen Autos vorbei, ging es nach unten. Geschafft.

Oben wurden die Passagiere angehalten, im mittleren Bereich des Schiffes Platz zu nehmen. Bereits kurz nach dem Auslaufen wurden vom Personal weiße Spuckbeutel verteilt und es ging auf und ab. Je weiter wir uns von Teneriffa entfernten und auf hoher See waren, um so stürmischer wurde es. Zunehmend waren auch Würg- und Kotzgeräusche von Mitreisenden zu hören. Die Armen.

Die Gischt spritzte bis an die Fenster heran.

 

Ohropax wären hier sicherlich auch angebracht gewesen, da feinfühlige Menschen von diesen Geräuschen sicher zu eigenen Körperreaktionen animiert wurden. Wir Beide verkrafteten das Alles recht gut - wir hatten auch vorher nichts gegessen und konzentrierten uns auf unsere Mitte. Sylvia behalf sich auch mit ihren iPods im Ohr und hörte Hörbuch - das lenkt ab.

Santa Cruz de La Palma empfing uns wolkig und dennoch begrüßten uns zwei riesige Kreuzfahrtschiffe im Hafen, neben denen unsere Fähre wie ein Modelschiff wirkte.

 

Gleich nach dem Anlegen suchten wir unseren - mithilfe der Park4night-App ausgesuchten - Stellplatz an einer Mole neben der Kaimauer auf. Etwa 5 km vom Hafen und nur 950 m vom historischen Stadtkern  entfernt.

 

Von unserem Stellplatz aus sahen wir eines der grossen Schiffe den Hafen verlassen.

 

Bei einem kurzen Spaziergang an der Hafenpromenade entlang erreichten wir kurzerhand die Plaza de Espana, mitten in der kopfsteingepflasterten historischen Altstadt. Die Plaza bildet den geografischen, religiösen und gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt. Das Ambiente dort, die schönen schmucken Häuser - sehenswert mit Wohlfühlcharakter.

 

 

Zurück an unserem Stellplatz klappten wir das Aufstelldach hoch, tranken noch ein Glas Wein und hörten keine 20 m vom Ufer entfernt der Brandung zu.

Das auslaufende Schiff war 1 1/2 Stunden später noch als Leuchtpunkt zu erkennen.

Gute Nacht -  mal sehen wie wir heute schlafen werden.